Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1825) Die Wiesenburg
Entstehung
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unter der Sichel des Maͤhers ſielen, wenn das Laub gelb wurde, und ſich endlich wie ein weicher Teppich auf die Erde legte, wenn ſtatt des Aeh⸗ rengoldes ſilberner Reif die Felder deckte, und die Baͤume ſich weiß kleideten— jeder Wechſel er⸗ weckte mich zur Bewunderung und Freude. Aber konnt' ich wohl vergeſſen, daß mir die Seele fehlte, mit der ich alle dieſe Schoͤnheiten zu genießen hoffte? Konnte die Erde mich in ihrem ſchoͤnſten Schmuck entzuͤcken, da ſie das Grab meiner Liebe geworden war.

Kurz nach Weihnachten ſchlug mir die wehmuͤ⸗ thig erſehnte Stunde, die einem vaterloſen Kinde das Leben gab. Ein muntres Knaͤbchen, das ich mit Thraͤnen willkommen hieß. Ach, ein Wochen⸗ bett, an dem kein froher Vater ſteht, iſt traurig. Und doch war mir dies Kind ein Engel des Tro⸗ ſtes. Es heiſchte meine ganze Sorge, und belohnte mich bald uͤberſchwenglich dafuͤr. Denn ſchon in den erſten Wochen, wenn der Fremde noch nichts Bemerkenswerthes an dem Kinde ſieht, weiß die Mutter unzaͤhlige Lieblichkeiten zu entdecken; fuͤr ſie läͤchelt der kleine Mund, ſie hat eine eigne Sprache fuͤr ſeine Toͤne, ſie legt jeder Geberde einen Sinn bei, ſie weiß was es liebt und ſcheut⸗