Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1825) Die Wiesenburg
Entstehung
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fuͤr die Verlaſſene, die mit blutendem Herzen ver⸗ trauend zu ihnen kam. Doch war ich nun einmal hier, fand den Ort huͤbſch und freundlich, und

kannte manches Plaͤtzchen umher aus den traulichen

Erzaͤhlungen meines Eckard. Ich miethete ein klei⸗ nes Stuͤbchen, arbeitete fuͤr meinen Unterhalt,

lebte ganz einſam, ohne andere Freuden, als den

Umgang mit der Natur und der Erinnerung. An

eine neue Reiſe konnte wenigſtens fuͤr einige Zeit

nicht gedacht werden, weil mir Ruhe Noth that, und eine heilige Pflicht mich band, meine Geſund⸗

heit zu beachten. Ach ein großes Gluͤck war mir

beſchieden: der Beſitz eines lieben Kindes, das

vielleicht die Mutter einſt uͤber den Verluſt des

Vaters zu troͤſten vermochte.

Diesmal ging der ſchoͤne Sommer voruͤber,

ohne mir die gewohnte Freude zu geben, ſo em⸗ pfaͤnglich ich ſonſt fuͤr ſeine Reize war. Von Iu⸗ gend auf hatte meine Mutter mich auf Gottes Schoͤpfung aufmerkſam gemacht, keine Jahreszeit

erſchien, ohne daß ihre eigenthuͤmliche Schoͤnheit

mich erfreute, keine Blume ſah ich bluͤhen, die ich nicht wie eine Freundesgeſtalt gegruͤßt haͤtte. Wenn die Saat keimte, wenn das Korn bluͤhete und reifte, wenn die wohlriechenden Kraͤuter der Wieſe

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