Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1825) Die Wiesenburg
Entstehung
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auf mein Stuͤbchen verlangte; der Schließer be⸗ gleitete mich dahin. Ermattet ſank ich auf's Lager, nicht um zu ſchlafen, nur dem Koͤrper Ruhe zu goͤnnen. Hier in der Stille des Abends ganz al⸗ lein, fiel mein Ungluͤck laſtend auf meine Seele; ich uͤberdachte alles wieder; Mathaͤus Erwaͤhnung

des Kometen erweckte mir einen ſchauderhaften

Gedanken. Ulrichs Bild ſtand vor mir. Wie,

wenn er der Spießgeſell jenes Max waͤre, der mir zweimal in veraͤnderter Geſtalt erſchien— ſagte nicht der Kaufmann, Eckard habe den Einen mit Namen genannt?— Eine andere Ideenreihe

draͤngte ſich ploͤtzlich an die Stelle der erſtern— was ſollte ich mit des Knaben Geſtaͤndniß anfan⸗

gen? War es nicht Pflicht der Gerechtigkeit ihr Opfer kenntlich zu machen— nicht heilige Pflicht, den Meineid des ungluͤcklichen rohen Kindes zu hindern? Und doch, welch ſchreckliches Bewußt⸗ ſeyn, eines Menſchen Leben in Gefahr gebracht zu haben! Die richtende Wagſchale ſtieg und fiel; ich konnte keinen Entſchluß faſſen, hatte keinen

Freund, die graͤßliche Ungewißheit zu enden. Ach Eckard! rief ich, wo biſt du, weilſt du noch hie⸗ nieden oder ſchon dort? Wenn es deinem Geiſte vergoͤnnt iſt, ſo gieb mir ein Zeichen, troͤſte mich

mit der Hoffnung des Wiederſehns!—