Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1825) Die Wiesenburg
Entstehung
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fangen, ihre Zuͤge gehoͤrten zu denen, die man, einmal geſehen, nicht wieder vergißt, und immer gern im Gedaͤchtniß wieder aufſuchen mag. Bea⸗ trix wandte die Blicke zum oͤftern nach ihrer ho⸗ hen Nachbarin, aber eben ſo oft und gern ſchien dieſe die junge Graͤfin anzuſchauen. Die lebhafte Freude in ihren Augen bei den wechſelnden Sce⸗ nen des Feſtes, der Antheil an dem Kampfe und Siege, das unverhehlte Entzuͤcken, als ihr Gemahl einen der Kampfpreiſe aus den Haͤnden der Kur⸗ fuͤrſtin nahm, die leichte Froͤhlichkeit bei dem Tanze, der dem Turnier folgte, ergoͤtzten die Fuͤrſtin und zogen ihre Augen immer wieder auf die gluͤckliche Beatrix. An ſie vor allen Andern richtete Mar⸗ garethe bei'm Abſchiede huldvolle Worte, und ver⸗ hieß laͤchelnd, ſie vielleicht einſtmals auf der Wie⸗ ſenburg heimzuſuchen.

Eine lange Zeit haͤuslicher Stille folgte nun, die durch die Erinnerung vergangener Freuden, ſo wie durch ſchoͤne Hoffnungen fuͤr die Zukunft be⸗ lebt ward; denn jetzt zeigte ſich der Graͤfin die frohe Ausſicht, ihres Gemahls heißeſte Wuͤnſche zu erfuͤllen, und ihn mit einem Erben zu erfreuen. Die Nachricht von dieſem Gluͤcke berauſchte den Grafen, er ſprach mit Entzuͤcken von einem Sohne,