Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1825) Die Wiesenburg
Entstehung
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Zunge der Zofe ergoß ſich in Vermuthungen uͤber den Glanz des Feſtes, uͤber den praͤchtigen Aufzug ihrer Frau; ſie ging von dem Perlenſchmucke der Locken zum blitzenden Halsbande uͤber, erhob ne⸗ benbei den blendenden Hals, dem das golddurch⸗ wirkte Gewand ſich anſchloß, das in weiten Fal⸗ ten bis auf den hochgeſchnaͤbelten kleinen Schuh herabſiel, und vollendete das Bild mit einem Guͤr⸗ tel, den ein reicher Stein zuſammenhalten ſollte. Laͤchelnd hoͤrte Beatrix ſie an, der gewichtige Schrein, der das Schmuckkaͤſtchen wahrte, that ſich auf, man muſterte die Stuͤcke, in deren vielgeſtalteten Ecken ſich die Lichtſtrahlen brachen, und wies jedem ſeine Beſtimmung an. Der Abend verſtrich eilig unter dieſen Geſchaͤften, und der Graf fand ſeine Ge⸗ mahlin in der gluͤcklichſten Stimmung, weit ent⸗ fernt, an die naͤchtlichen Abenteuer zu denken, die er ihr verhehlen zu wollen ſchien.

Der Tag des Turniers brach an. Beatrix, ge⸗ ſchmuͤckt, wie wir ſie im Bilde geſehen haben, hatte ihren Platz auf der hohen Gallerie, dicht neben dem erhabenen Sitze der Kurfuͤrſtin Mar⸗ garetha. Ihre Seele ſchwamm in Entzuͤcken. Die Schoͤnheit ihrer eignen Erſcheinung, der ſie ſich gar wohl bewußt war, der Glanz der geputzten.