Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1825) Die Wiesenburg
Entstehung
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Bediente in der erſten Nacht nach den Feſtlichkei⸗

ten eine verſchleierte Nonnengeſtalt aus der Gegend des bewohnten Fluͤgels nach jenen Zimmern haben ſchreiten ſehen, und bald darauf des Grafen ru⸗ fende Stimme gehoͤrt haͤtten, der die Geſtalt zu verfolgen geſchienen. Die Zimmer neben dem run⸗ den Thurm, beſchloß die Dirne ihre Rede, ſind ohnedies gar unheimlich ſeit undenklichen Jahren, und Niemand von uns mag ſie betreten. Auch hat der Herr Graf ſelbſt die Erſcheinung nur bis dahin verfolgt, wo ſie dann vor den Augen der lauſchenden Diener in Luft zerfloſſen iſt.

Die junge Frau gebot der Zofe zu ſchweigen, huͤllte ſich dichter in den Schleier, der ihre Locken bedeckte, und zog die Leuchte naͤher heran. Sie dachte mit Entſetzen an die einſame Gegend des runden Thurmes, und gelobte ſich, ſie nie zu be⸗ treten. Die ſchlaue Dirne aber gewahrte, was in ihrer Frau vorging, ſie war geſchickt genug, das Geſpraͤch zu aͤndern und auf Gegenſtaͤnde zu lei⸗ ten, die ſchnell alles Grauen entfernen mußten. Schon ſeit mehreren Wochen ging die Rede, der Kurfuͤrſt werde ein großes Turnier zu Zwickau mit ſeiner Gegenwart beehren, und aller Adel des meiß⸗ ner Landes ſich dabei verſammeln. Die geſchwaͤtzige

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