Ihr wollt ausbeugen, rief Heinau ſtuͤrmiſch, aber es ſoll Euch nicht gelingen. Wiſſen will ich Alles, und ſollte dieſe Stunde die letzte meines Lebens ſeyn. Machte Kunigundens eigne Hand ihrem Daſeyn ein Ende? beantworte mir dieſe ſchreckliche Frage, Moͤnch, beantworte ſie kurz und ſprich damit mein Urtheil. Ihre Reden, als ich ſie zuletzt ſah, waren ſeltſam und rechtfertigen mei⸗ nen Verdacht. Ja ich ahne es, ſie hat ihr Leben einem Elenden geopfert, dem hienieden kein Opfer
mehr frommt!.
Wehe Euch, Herr Graf, antwortete der Moͤnch
mit ernſter Miene und einer Wuͤrde, die dem
Ritter Ehrfurcht einfloͤßte— wenn es die Stim⸗ me Eures Gewiſſens iſt, die ich hoͤre! Aber Ihr laͤſtert das Andenken einer reinen Seele, die der Himmel von Euch nahm, weil Ihr nicht mehr verdientet, ſie zu beſitzen. Laßt mich jetzt ihrer Huͤlle den letzten Dienſt erweiſen, und Alles Ir⸗ diſche vergeſſend, dem Geiſte dahin folgen, wo keine Irrungen mehr ſeinen Frieden ſtöͤren.—
Es fehlte dieſer Erklaͤrung viel, um Heinau zu befriedigen. Er haßte den Moͤnch, und kaum war Lins jehrwuͤrdige Geſtalt in den Mauern des Klo⸗
r lrſchwunden, ſo verſchwand auch der Ein⸗


