34—
Kraͤften vollenden. Euch hat ſie, nebſt tauſend Gruͤßen, den unmuͤndigen Walter hinterlaſſen, wir Beide wollen uns verbinden in der Sorge fuͤr ſein leibliches und geiſtiges Wohl. Ruhet jetzt und ſu⸗ chet Euern geſtoͤrten Frieden wieder zu gewinnen; ich kehre zu ihr zuruͤck, die ich nicht zu verlaſſen gelobt habe, bis die ſtille Gruft ſie umfängt.— Da Heinau in dem erſten Ausbruche eines wilden ungebaͤndigten Schmerzes ſich in ſein Zimmer ver⸗ ſperrt hatte, wo Niemand Zutritt fand, als der alte Ruͤdiger, der ihn, kraft ſeiner Gewalt uͤber ſeinen Herrn, am Abend erzwang, ſo lag dem Moͤnche jede Beſorgung der letzten Pflichten gegen die Verſtorbene ob, und er theilte die Einſamkeit des Sterbezimmers nur mit der alten Jutta. Ku⸗ nigunde hatte gewuͤnſcht, in der Gruft des nahen Nonnenkloſters zu ruhen, und in der Tracht dieſes Ordens lag ſie, von wehenden Kerzen beleuchtet, in einem ſchwarz behangenen Saale bleich und ru⸗ hig in ihrem ſtillen Todtenbette. Der Moͤnch ſaß zu ihren Fuͤßen, und in ehrfurchtsvoller Ferne weinte das Schloßgeſinde, waͤhrend Walter an Jutta's Hand mit tiefer Ruͤhrung die ſtarren Zuͤge der geliebten Mutter betrachtete. Heinau kam nicht, ſie zu ſehen, und als er am naͤchſten Mor⸗ gen in ſchwarzer Ruͤſtung hinter dem Sarge her⸗


