Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1825) Die Wiesenburg
Entstehung
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Stimme, die leiſe, aber anhaltend im Tone ſanf⸗ ter Beruhigung ertoͤnte, ſcholl bis zu dem trauern⸗ den Haͤuflein, das ſich dicht an die Thuͤr gedraͤngt

hatte, und ermunterte ſie zum Gebet fuͤr ihre

ſterbende Herrin. Endlich ward alles ſtill, ſie ſa⸗ hen ſich bedeutend an und wichen zuruͤck. Der Morgen erleuchtete ſchwach die Fenſter, mit ver⸗ huͤlltem Geſicht trat Jutta heraus, und winkte auf eine ſtumme Frage bejahende Antwort. Bald erſcholl es durch's ganze Schloß: Frau Kunigunde ſey nicht mehr, und kein Auge blieb trocken, von dem Erſten der Dienerſchaft bis zum niedrigſten Stallbuben, der ihr einſt ihr Roß gezaͤumt hatte.

Die froͤhliche Beatrix, hier zum erſten Male

dem Schauſpiel des Todes gegenuͤber, unterlag der

ſchrecklichen Ueberraſchung. Sie befand ſich ſo uͤbel, daß Bruder Bonifaz an ihr Lager gerufen ward, ihr mit ſtaͤrkenden Mitteln beizuſtehen. Es war

ihr ſchier unmoͤglich, das Unglaubliche zu faſſen,

und ſie beſtuͤrmte den Moͤnch mit Fragen, die exr,

ſelbſt in der hoͤchſten Beſtuͤrzung, nicht befriedigend

beantworten konnte.

Laſſet uns der Abgeſchiedenen ruhig nachſchauen,

ſagte er, und ihr Werk auf Erden nach unſern

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