Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1825) Die Wiesenburg
Entstehung
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ſie ſehr krank ſcheine, und bet einem Anſchein von Gefahr augenblicklich nach ſeinem Kloſter zu ſen⸗ den. Die treuen Diener hielten Wache vor den Gemaͤchern, und vergoͤnnten Niemanden Zutritt, obgleich die gutmuͤthige Beatrix mehr als Einmal Nachfrage that, und Walter ungeſtuͤm nach ſeiner Mutter verlangte. Nur als vor Schlafengehen die alte Kammerfrau, auf Befehl ihrer Dame, den Grafen beſchied, wichen ſie ehrerbietig zuruͤck, und zogen ſich in das aͤußerſte Vorgemach, um das Geſpraͤch des Gatten nicht zu ſtoͤren.

Etwa eine halbe Stunde ſpaͤter kam der Graf aus dem innern Zimmer zuruͤck, und die aͤngſtli⸗ chen Dirnen umringten ihn, nach ihrer Frau zu fragen. Er beruhigte ſie mit der Nachricht, daß nur eine leichte Unpaͤßlichkeit die Graͤfin befallen habe, die morgen voruͤber ſeyn werde; auch war ſein Blick zwar ernſt und geruͤhrt, doch nicht be⸗ kuͤmmert genug, um eine Beſorgniß zu verrathen.

Aber ſchon um Mitternacht hoͤrten die Wachen⸗ den eine ſeltſame Unruhe im Krankenzimmer, und noch vor dem Grauen des Tages begehrte die wei⸗ nende Kammerfrau einen ſchnellen Boten in's Kloſter, weil die Mittel, die Bruder Bonifaz am