Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1825) Die Wiesenburg
Entstehung
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Kunigunde, die aus dieſen Worten wahrnahm, daß man ſie nicht zugegen glaubte, verließ leiſe ih⸗ ren Platz und wollte unbemerkt aus dem Saule ſchleichen, doch ſie ſchwankte in Beatrix Naͤhe, und dieſe ergriff ihren Arm, ſie zu ſtuͤtzen und in ihr Zimmer zu geleiten. Walter war von dem Fräu⸗ lein ſchon entfernt worden, ehe ſie ſeine Rechtfer⸗ tigung uͤbernahm.

Eine ſchreckliche Nacht ging tangſam an Kuni⸗ gunden voruͤber, ſie hatte ſich nicht entkleidet, und erſt als der ſpaͤte Morgen an die Fenſter daͤmmerte, riß ſie ſich gewaltſam aus einem troſtloſen Nach⸗ denken auf, um einige Stunden zu ruhen. Es war ſtille in ihr geworden, der letzte Kampf ihrer Seele war gekaͤmpft, das Fahrzeug ihres Gluͤckes 4 zerſchellte. Die Wellen tobten nicht mehr, und woͤlbten eine ruhige Flaͤche uͤber die oͤden Truͤm, mer. Ermattet von mancher Anſtrengung verließ 6 8 ſie den Tag uͤber ihr Gemach nicht, und ſah Nie⸗ 3

mand, als ihre alte Kammerfrau. Wie es Abend= ward ſandte ſie an's Ufer, den Bruder Bonifaz zu ſich zu bitten, und es war ſchon Nacht, als der Moͤnch das Schloß wieder verließ. Im Ge⸗ hen bedeutete er die Leute der Graͤfin, die Ruhe 3 ihrer Herrſchaft durch nichts ſtoͤren zu laſſen, da

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