Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1825) Die Wiesenburg
Entstehung
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der ſo wenig als die Damen von dieſer Seene ver⸗ ſtand. Wer hat Dich gelehrt, ein Recht zu ver⸗ langen, das Dir nicht gebuͤhrt, redete er ihn an, mag die Liebe der Graͤfin vergeſſen, wer Du biſt, Heinau von Wieſenburg wird immer wiſſen, daß er ein kinderloſer Mann iſt, und es iſt vergebne Mühi⸗ ihm einen andern Sohn aufdringen zu wollen.

Kunigunde ſchwieg auf dieſen Vorwurf, aber ihr bleiches Geſi icht, ihre bebenden Lippen zeigten, wie tief ſie ihn fuͤhlte. Sie wankte in's Fenſter, und ſank im Schatten der tiefen Mauer auf einem Seſſel nieder. Walter war erſchreckt in Beatrix Arme gefluͤchtet, die allein ruhig genug blieb, um dem Sturm gelaſſen zu begegnen.

Mich duͤnkt, ſagte ſie, Ihr legt einen zu tie⸗ fen Sinn in eine kindiſche Spielerei. Wie waͤre es, wenn ich, um eine kloͤſterliche Fertigkeit zu

uͤben, das Bild mit meiner Scheere geſchnitzt, und

dem Junker nebſt andern Zeichen meiner Huld 4 verehrt haͤtte. Herrn Nuͤdiger um Erlaubniß zu bitten habe ich verſaͤumt, und das iſt meine Schuld. Walter weiß von der Strafbarkeit der Sache noch weniger, als ſeine taͤndelnde Spielgefaͤhrtin, er weiß nur, wie viel er dem Grafen dankt, denn eben heute iſt ja der Jahrestag, wo er aufgenom⸗