Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1825) Die Wiesenburg
Entstehung
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Sieh nur den glaͤnzenden Schild, ſagte er, und zog ihn aus einer Ecke hervor; der huͤbſche Knappe hat ihn gemacht, und das Wappen der Wieſenburg iſt darauf zu ſchauen. Nun wird bald der ganze Ritter fertig ſeyn, der Vater wird ſchon ein leichtes Schwert finden, wenn gleich der alte Ruͤdiger ſpottet und lacht.

Ein Trompetenſtoß unterbrach dieſe Worte; Ku⸗ nigunde ſprang auf, es ward lebendig an der gro⸗ ßen Pforte. Der Waͤchter gab das Zeichen noch einmal, die Thore oͤffneten ſich weit, Roſſeshufe klangen den Bergweg hinan. Kunigunde zitterte vor freudigem Schrecke, Walter jauchzte laut, und ehe die Hoffnung der liebenden Frau Worte gefun⸗ den hatte, trat Heinau von Ruͤdiger begleitet in die Halle. Er umarmte die bleiche Kunigunde, und bot Beatrix mit einem uͤberraſchten Blick die Hand. Ihr ſeyd noch ſchoͤner geworden, Baaſe, ſagte er freundlich, traun, die ſtille Wieſenburg

wird bald lebendig werden, wenn meine Kampf⸗* genoſſen die Blume erblicken, die ſie verbirgt. Wie

habt Ihr gelebt? fuhr er fort, ſchnell den Ton ändernd, ruhig nonnenhaft, wie immer, duͤnkt mich; dies Haus hat keine Feſttage, und iſt nach Mondesfeiſt noch ohne Wandel daſſelbe. 3

Die Welt der Frauen iſt beſchränkt, mein Ge⸗ mahl, ſagte Kunigunde, und ünſere Wunſche flie⸗