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Pfad nach der feierlichen Erſcheinung, den Pfaf⸗ fenſteg zu nennen, wie er noch jetzt heißt. Als der Winter voruͤber war, nahm Kunigunde ihren 1 Pflegling jedesmal mit ſich, und ihre Unterredun⸗ gen wurden nun ſo geleitet, daß ſie dem Knaben Belehrung waren. Die erwachende Natur gab dem Bruder Bonifaz Gelegenheit, Walters Herz wie ſeinen Geiſt zu bilden, und es ſchien, als ob Kunigundens Schwermuth vor dem erheiternden Einfluß eines frohen Jugendlebens weichen wollte. Herr Heinau war gegen den Sommer einer Fehde
nachgezogen, und die Zeit, wo er auswaͤrts war, verfloß ihr ruhig in der Sorge fuͤr das Kind, und
in liebevollem Andenken an den abweſenden Ge⸗ mahl, deſſen glaͤnzende Eigenſchaften jetzt nur al⸗ lein vor ihrer Seele ſtanden, waͤhrend die Flecken ſeines rauhen Gemuͤths immer dichter von dem Nebel der Vergeſſenheit umhuͤllt wurden.
So kam der ſpaͤtere Herbſt heran, und die Daͤmmerung des Katharinentages fand die beiden Frauen eben ſo traulich nebeneinander, als vor ei⸗ nem Jahr. Nur daß der Graf fehlte, und ſtatt ſeiner der froͤhliche Walter am hellbeleuchteten Ti⸗ ſche ſaß, wo Beatrix an einer Fahne fuͤr ihn ar⸗ beitete, um die er ſie lange ſchon beharrlich gebh. ten hatte.


