Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1825) Die Wiesenburg
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Mutter, ſagte er zu Kunigunden, ich mag das Schwert von Ruͤdiger nicht fuͤhren lernen, er blickt mich ſo unhold an, daß ich ihm nicht danken koͤnn⸗ te, wie Euch oder Beatrix, wenn Ihr mir Hel⸗ dengeſchichten erzaͤhlt. Mich duͤnkt, ſo muß der böſe Mann ausgeſehen haben, von dem das Fraͤu⸗ lein ſi ſi ngt, als er den frommen Pilger eardeta der in ſeiner Huͤtte einſprach..

4

. Schaͤme Dich des liebloſen urtheils, mein Sohn, antwortete Kunigunde. Der alte Mann iſt muͤrriſch und ein Feind Deiner loſen Streiche, 4

aber darum kein Boͤſewicht. Das Fraͤulein wird Dein Lieblingslied lange nicht ſingen duͤrfen, wenn es Dich zu ſolchen Gedanken verfuͤhrt..

Kunigunde hatte indeſſen, bald nach jenen er⸗ ſchuͤtternden Scenen, ihre Leiden und Klagen in die treue Bruſt ihres Beichtigers niedergelegt, und faſt jeden Tag eine lange Unterredung mit ih gepflogen, von der ſie immer mit verweinten Augen,

. und einem noch ſtilleren Weſen wiederkehrte. Weil Heinau den Bruder Bonifaz nicht liebte, ſo war ein Platz am Ufer der Ort ihrer Zuſammenkuͤnfte, und der Moͤnch wandelte ſo regelmaͤßig um die 1 Stunde der Daͤmmerung den ſchmalen Weg am. .. Berge hin, daß das Schloßgeſinde anfing, dieſen