Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1825) Die Wiesenburg
Entstehung
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ſeinen Mund bald deutſche Worte ſprechen zu hö⸗ ren. Es ſchien die Sprache war ihm nicht ganz fremd, er hoͤrte ſie vielleicht ſchon von ſeinem Va⸗ ter, von dem Pilger, der ihn mit ſich nahm, und

in Kurzem wußte er genug, um Kunigunden mit zaͤrtlichen Worten zu lohnen, was ſie muͤtterlich

fuͤr ihn fuͤhlte. Er mochte etwa vier Jahr zaͤhlen, aber ſeine kraͤftige Geſtalt, ſein kuͤhner Muth,

die Gewandtheit in allen ſeinen Bewegungen,

machte oft, daß man ihn aͤlter glaubte, und wenn er Abends mit klugem Blick auf Heinau horchte, der von der Jagd erzaͤhlte, oder das blitzende Schwert an des Grafen Seite mit leuchtenden Augen anſah, konnte jener ſein Wohlgefallen nicht bergen, obgleich ein bitterer Schmerz ſich auf ſei⸗ nem Geſicht malte, den Kunigunde wohl zu deu⸗ ten wußte. Oft ſah er ihn lange feſt und nach⸗ denkend an, und wandte ſich dann raſch hinweg, wie Jemand, der ſich gewaltſam von einem Ge⸗

1 genſtande losreißt. Hatten aber alle nur Liebe und

Wohlwollen fuͤr den Knaben, ſo war der alte Rü⸗ diger der Einzige, der ihn fortdauernd haßte, und es nie verſaͤumte, ihn anzuklagen oder zu kraͤnken. Mit dem lebendigen Gefuͤhl der Jugend empfand Walter dieſe Feindſchaft, und ſeine offne Vesle 3 verſchloß ſich nur gegen den Alten.