Geleit prangender Hochzeiter zur Kirche, wie Schweſter Petrona es mir oft geſchildert hatte, und die feierliche Glocke hallte mir ſo feſtlich in's Ohr, daß ich ungern ſah, wenn ſie ſchwieg. Pe⸗ trona aber hoͤrte immer nur Tod und Begraͤbniß darin, ihr toͤnte es Todtengeſang, mir muntres Leben, und doch war es derſelbe Klang. Ihr zum Beiſpiel ſeyd immer truͤbe, ich an Eurer Stelle wuͤrde gluͤcklich ſeyn. Euer Gemahl iſt ſchoͤn und tapfer, reich und maͤchtig, aber es freut Euch nicht. Die herrlichſten Gewaͤnder koͤnnten Euch zieren, Seide und Sammt, Gold und Pelzwerk verwahrt Euer Schrein, und Ihr kleidet Euch in die Farbe der Trauer. Euer Geſchmeide gleicht den Sternen des Himmels, und ergoͤtzt mein Auge bis zum Entzuͤcken. Ihr ſchenkt ihm keinen Blick.—
Ihr glaubt alſo, ſagte Kunigunde mit einem truͤben Laͤcheln, mein Gemuͤth waͤre verſtimmt, wie
habt Ihr recht. Aber, aber, gutes Kind, die Glocke laͤutet oͤfter zu Grabe, als den Hochzeitern zum Altar, und auch der Brautreigen fuͤhrt uns nur, aus der Pforte der Jugendluſt, in eine ernſte oft traurige Zukunft!— Moͤchtet Ihr beſitzen, was mich nicht freut! Kleinode und koͤſtlicher Putz
koͤnnen
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das Ohr der Schweſter Petrona? und vielleicht


