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weiten Fenſtervertiefung nieder, und die Augen zu
dem wolkenloſen Himmel gerichtet, gab ſie ſich ganz dem Schmerze hin, den Ruͤdigers unfreund⸗ liche Rede in ihrer Bruſt geweckt hatte. Ach, daß ihr Haus oͤde war, und kein freundliches Kind um ſie ſpielte, daß Heinau raſtlos in Feld und Wald irrte, um ſeinen unerfuͤllten Wuͤnſchen zu
entfliehn, daß er ſie nicht mehr liebte, und jetzt dem fremden Kinde ſein Herz zuwandte, mußte
ſelbſt der rohe Mund des Dieners ſie daran mah⸗ nen? Ihre Thraͤnen floſſen heiß und ſtill, ſie vergaß faſt des kleinen Gefaͤhrten, der im Seſſel neben ihr ſtehend, ſein Spiel mit ihren langen aufgeloͤſten Haaren trieb. Doch nicht lange konnte ſeine Lebhaftigkeit bei derſelben Beſchaͤftigung wei⸗ len, er buͤckte ſich nieder, und ſah Kunigunden mit großen truͤben Augen an, faßte ihre Hand und ſtreichelte ſanft ihre naſſe Wange, indem er einige einzelne Worte ſtammelte, von denen Kuni⸗ gunde nichts verſtand. Aber eine Sprache, die an alle Herzen redet, hatte der fremde Knabe in dieſem Augenblicke zu ihr geſprochen, ſie verſtand ſein kindliches Gefuͤhl, und ein Schimmer von Hoffnung und Freude erleuchtete ihre Zukunft. Geſammelter als vorher ſuchte ſie nun ihn zu zer⸗ ſtreuen und mehr mit ihm bekannt zu werden, und


