Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1825) Die Wiesenburg
Entstehung
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ein theures Geſchenk gemacht. Ach, ſeufzte ſie

unwillkuͤrlich und halbleiſe: daß du ganz der Meine waͤreſt! tn. en

Ruͤdiger, obgleich dieſe Worte nicht fuͤr ihn geſprochen waren, war nicht beſcheiden genug, ſie zu uͤberhoͤren. Ei freilich, ſagte er mit einem bos⸗ haften Laͤcheln, ein anderes waͤre es, wenn ein kleiner Junker aus des Herrn Grafen Stamm hier ſpielte, meine alten Arme ſollten ihn tragen, ich wollte ſeine Schritte bewachen und mit Freu⸗ den mein Blut fuͤr ihn geben. Der Herr Graf moͤchte dann auch nicht mehr mit ſo truͤben Ge⸗ danken in Feld und Wald umherirren, und ſich nach fremden Sproͤßlingen nicht ſehnen, die doch nun und nimmer zu edeln deutſchen Baͤumen erwachſen. Moͤge ihm dieſer keine Giftpflanze werden! ich we⸗ nigſtens moͤchte ein ſo auslaͤndiſches Gewaͤchs nim⸗ mermehr in meinen Garten verpflanzen.

Die letzten Worte verloren ſich faſt unhoͤrbar in dem grauen Barte des Alten, und da Kuni⸗ gunde ſie nicht beachten wollte, ging er mit tiefen Verbeugungen aus dem Zimmer. Herzlich froh, ſich in der Einſamkeit ihren Gefuͤhlen uͤberlaſſen zu koͤnnen, ſetzte ſie ſich mit dem Kinde in der