Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1825) Die Wiesenburg
Entstehung
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bleiches Geſicht ſchaute, das ihr noch nie ſo furcht⸗ bar erſchienen war. Sie wandte ſich mit einer

Frage an ihn, indem ſie ihm den Knaben aus dem

Arme nahm, der ſich zaͤrtlich an ſie ſchmiegte, als wolle er ihre Liebe gewinnen.

Frau Graͤfin, ſagte der Alte, Euer Herr be⸗ fahl mir, den Knaben zu Euch zu bringen und Eurer Obhut zu empfehlen. Der Pilger, der ge⸗

ſtern hier einſprach, hat ihn zuruͤckgelaſſen, ſein

Name, und wem er angehoͤrt, iſt mir unbewußt, Alles wird Euch der Graf ſagen. Der Pilger iſt noch vor Sonnenaufgang heimgegangen, unſer Herr ritt in den Wald, der Morgenkuͤhle zu ge⸗ nießen, mir aber ward es ſchier unmoͤglich, den wilden Buben zu huͤten, der wie ein unbaͤndiges Roß weder Zaum noch Zuͤgel zu dulden ſcheint. Ich halte, er wird ſich ſchlecht in Euer ſtilles Ge⸗ mach ſchicken, und die Ruhe meiner geſtrengen Frau gar bald ſtoͤren.

Seyd deswegen unbeſorgt Ruͤdiger, erwiederte ſie, eine ſolche Stoͤrung iſt mir lieb, auch weiß ich vielleicht beſſer mit Kindern zu verkehren, als Euer rauhes Alter. Das Feuer des Knaben ge⸗

faͤllt mir wohl, mein Gemahl hat mir mit ihm