Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1825) Die Wiesenburg
Entstehung
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wie wir uns Engel denken, der die großen ſchwar⸗

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Dame ſo ſehr auf ſich zog, daß ſie keinen Blick auf ihn ſelbſt zu werfen Zeit fand. In ſeinem Arm hielt er einen dunkelgelockten Knaben, ſchoͤn

zen Augen neugierig auf die fremde Frau richtete, und zu ihr hinzuſtreben ſchien, als haͤtte er die finſtern Mienen des alten Mannes zu deuten ge⸗ wußt, die ſich muͤhſam hinter einem kuͤnſtlichen Sonnenſchimmer verbargen. Sein bluͤhendes Ge⸗ ſicht trug eine ſuͤdlich dunkle Farbe, und ſeine fremdartige reiche Kleidung, ſo viel ſie von der 1 Reiſe gelitten hatte, ſo wie die einzelnen Worte, 1 die er ſtammelte, unverſtaͤndlich und mit auslaͤndi⸗ ſchen Toͤnen gemiſcht, bezeichneten ihn als einen Fremdling, der in den erſten Jahren ſeines Lebens von der heimathlichen Sonne geſchieden war, um auf fremden Boden ein Mutterherz zu ſuchen. Ku⸗ 4 nigundens Blicke hingen mit jener Zaͤrtlichkeit an dem Knaben, die kinderloſe Frauen ſo leicht zu dieſen zarten Weſen hinzieht, ſie kuͤßte ihn, ſtrich 1 die braunen Locken von ſeiner Stirn, hielt ſeine kleinen Haͤude in den ihrigen feſt, und ward erſt ſpaͤt den ſcharfen, faſt feindlichen Blick gewahr, mit dem die brennenden Augen des alten Ruͤdiger ſeitwaͤrts das Kind bewachten. Ein ſuͤßer Traum zerrann vor ihrer Seele, wie ſie in ſein geiſter⸗ 4