Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1825) Die Wiesenburg
Entstehung
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ſie erwachte erſt, als ſchon die Sonnenſtrahlen das Schlafgemach erleuchteten. Jetzt ſchien ihr alles ein Traum, bis das tiefherabgebrannte Licht auf dem nahen Tiſche ihr Heinaus Bild wieder zuruͤck⸗ rief, und die Erinnerung an ſeinen truͤben, ja ver⸗ ſoͤrten Blick ſie mahnte, daß er ungluͤcklich ſey, ohne daß ihre Liebe ihm helfen koͤnne.

In dieſen Gedanken ward Kunigunde durch den Eintritt eines alten Dieners unterbrochen, der ſchon Heinaus Vater gedient hatte, des Sohnes Lehrer in mancher ritterlichen Kunſt geweſen war, und noch jetzt viel bei Heinau galt. Kunigunde liebte den alten Mann nicht, ſey es, daß ſie ihm das Vertrauen ſeines Herrn neidete, oder daß ſein Geſicht wirklich einen Ausdruck hatte, vor dem ſie unwillkuͤrlich erbebte; die Unterwuͤrfigkeit, mit welcher er ihr immer nahte, konnte ihr kein freund⸗ liches Wort abgewinnen. Seine kleinen tiefliegen⸗ den Augen rollten unſtaͤt umher, und ſchienen am meiſten vor Kunigundens feſten Blicken zu fliehen, die in ihm einen jener gering ſcheinenden Feinde ahnete, die um ſo ſicherer ſchaden, je weniger man es ihrer Ohnmacht zutraut.

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Ruͤdiger, ſo hieß der Alte, war diesmal von einem Gegenſtande begleitet, der die Augen der