Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1825) Die Wiesenburg
Entstehung
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blieb er vor dem Letzten ſtehen, befahl ihm, den Pilger in das Zimmer zunaͤchſt dem runden Thur⸗ me zu fuͤhren, wo er ihn erwarten moͤge, und folgte ihm nach einigen Minuten, waͤhrend wel⸗ chen keine der Frauen es wagte, die lautloſe Stille zu unterbrechen.

Die Schloßuhr gab die Mitternachtsſtunde an, als Kunigunde aus einem leichten Schlummer durch den Tritt ihres Gemahls erwachte. Er trug ein

Licht in der Hand, das ſeine bleichen Zuͤge ſchauer⸗

lich beleuchtete, und die Schatten auf ſeiner duͤ⸗ ſtern Stirn noch vertiefte. Kunigunde wagte es nicht ihn anzureden. Schon lange war ſie ja ſeine Ventraute nicht mehr, auch wurde ihr jede Frage nach ſeinem verſchwiegenen Kummer, auf eine Art beantwortet, die ihr Herz zerreißen mußte. Heinau ſetzte ſich unweit ihres Lagers nieder, mit ſtarren Augen vor ſich hinſehend, ohne, wie es ſchien, von der ſpaͤten Stunde zur Ruhe gemahnt zu wer⸗ den. Zuweilen blickte er ſcharf nach Kunigunden hinuͤber, deren geſchloſſene Augenlieder ihn taͤuſch⸗ ten; er glaubte ſie ſchlafend, waͤhrend ihre Thraͤ⸗ nen ſtill floſſen, und ihre bange Seele umſonſt nach Ruhe rang. Endlich bkeitete der Schlaf leiſe

und allmaͤhlich ſeine Nebeldecke uͤber ſie aus, und

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