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entreißen. Raſtlos beſorgte nun Elsbeth alles, was der Abreiſe vorausgehen mußte. Das koſtbare Geraͤth, die ſchoͤnen Kleider, die theure Equipage wurden verkauft, und das Geld ſorglich geſammelt, denn ſie wollte von ihrer Zaubergabe nie mehr Ge⸗ brauch machen; die forſchenden Bekannten aber, beſonders die hoffnungsvollen Freier, wurden mit Vorwaͤnden ſo lange getaͤuſcht, bis eines Morgens Mutter und Tochter in aller Fruͤhe verſchwunden waren.
Wie ein bunter ſinnloſer Traum, lag die Vergangenheit vor Elsbeth, als ſie die Berge in blauem Duft gehuͤllt von ferne erblickte, unter denen ihre frohe Kindheit erbluͤht war. Sie hob die Arme empor, ſie lachte und weinte, ſie ſiel der Mutter jauchzend um den Hals. Am Eingange des Thals ſprang ſie aus dem Wagen, und eilte einen kuͤrzeren Fußſteig, uͤber die Wei⸗ denbruͤcke. Sie wußte nicht, wie ſie bis unter die Ulmen am Gaſthofe gekommen war, ſie lag weinend an des erſtaunten Conrads Bruſt. Welch ein ſeliger Abend. Liebe und ſuͤße Gewohnheit nahmen die


