Teil eines Werkes 
2. Band (1820) Leben und Dichtung in Erzählungen / von Friederike Lohmann
Entstehung
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zuruͤck, ich glaubte Dich damit zu beglücken. Sieh, ich gaͤbe dieſe 30 Gulden nicht fuͤr Euren ganzen Reichthum. Mir werden ſie nun nichts nuͤtzen, aber wenn ich ſie anſehe, denke ich aller der nuͤtzlich durchlebten Stun⸗ den, und der ſchoͤnen Gefuͤhle, mit denen ich das redlich Erworbene anwachſen ſah. Ach, Elsbeth, der Zwerg hat es nicht gut mit Dir gemeint, und mich hat er um all mein Lebensgluͤck betrogen. Lebe nun wohl, mache mir das Herz nicht ſchwer⸗ und laß mich ziehen.

Es war vergebens, dem armen Con⸗ rad ſeinen feſten Entſchluß ausreden zu wol⸗ len, ſelbſt des Maͤdchens heiße Thraͤnen vermochten es nicht. Es iſt, ſagte er, als ob Du oben auf der Bergkuppe ſtaͤndeſt, und ich unten im Thale, und zwiſchen uns waͤre eine breite meilenlange Kluft geriſſen, die ich nicht uͤberſpringen koͤnnte. Da wuͤrde ich denn wohl zeitlebens ſehnſuͤchtig zu Dir hinaufſchauen, mich freuen, wenn es Dir oben wohl ginge, und mich nach

keinem Gluͤck mehr umſehen, aber zu Dir hinauf koͤnnte ich ja doch nicht. Lange