20 dert. Das Kriegsfeuer brannte fort, mein Vaterland ſeufzte unter großer Noth, und auch mir nahete nun eine Sorge, vor der der ſchoͤne Traum der Liebe in die Daͤmme⸗ rung verſank. Die Tante hatte ſchon lange gekraͤnkelt, im Fruͤhling 1758 wurde ihr Zuſtand bedenklicher. Unſer Leipziger Arzt that den Ausſpruch, ſie muͤſſe einige Wochen in der Stadt zubringen, um der Huͤlfe naͤ⸗ her zu ſeyn. Da ward denn im Hauſe des Kaufmann Werner, unſeres Gaſtfreundes, eine Wohnung gemiethet, und wir verließen im April das Land, gerade da die waͤrmere Luft alle Blumen meines Gartenbeetes her⸗ vorlockte und ſie mich recht reizend mit ihren gruͤnenden Haͤuptern anblickten. Der Ab⸗ ſchied that mir weh, denn es war nicht mehr in mir wie vor Jahren, und ich verſoͤhnte mich erſt mit meiner neuen Lage, als die Freandſchaft der Familie Werner mich den lang entbehrten Genuß heiterer Geſelligkeit wieder kennen lehrte. Die Tochter des Hau⸗ ſes, eine liebe junge Frau, beſuchte mich fleißig, da ich die Tante nie verließ, und ihr Bruder war immer mit ihr. Wir ſpiel⸗ ten dann Abends vor dem Bette der Kran⸗ ken, und wenn ſie fruͤh entſchlief, wußten
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