Teil eines Werkes 
2. Band (1820) Leben und Dichtung in Erzählungen / von Friederike Lohmann
Entstehung
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hinaus, man nahm ſie, aber Wuth und Flu⸗ chen verdoppelte ſich nur, mich ſchauderte bei Anhoͤrung dieſer rohen Worte, und verge⸗ bens ſtrebte ich, der Tante mein Entſetzen zu verbergen. Endlich ward alles ſtill; Mar⸗ tin berichtete, daß die Soldaten ſich verloͤren, wir athmeten wieder ruhiger, doch nicht lan⸗ ge, ſo begann der Laͤrm von einer andern Seite. Die Wuͤthenden, von dem genoſſe⸗ nen Weine noch ſtaͤrker berauſcht, machten Anſtalt, die Gartenthuͤr zu ſprengen. Ich riß die zitternde Tante aus dem Bett, und bekleidete ſie ſchnell zur Flucht, denn was wir draußen hoͤrten, ließ uns keine andere Ret⸗ tung hoffen. Da kam uns Huͤlfe. Ein Of⸗ fizier mit wenigen Soldaten kam des Weges, ſah den Frevel der Trunkenen und ſchlug ſie in die Flucht. Nach einigen Augenblicken, die er zu ſichernden Anſtalten verwandte, trat er hoͤflich zu uns ein, und kuͤndigte uns an, daß er einige Tage verweilen, und hier Quartier nehmen wuͤrde. Jeder Retter waͤre mir jetzt wohl wie ein hoͤheres Weſen erſchie⸗ nen, aber dieſer machte ſogleich einen tieferen Eindruck auf mich, und noch jetzt, ach nach ſo vielen Jahren, iſt ſeine Geſtalt mir un⸗

vergeſſen. Er ward auf ein Zimmer zur