Teil eines Werkes 
2. Theil
Entstehung
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heiten? Gab er denn je mehr als zwei, hoͤch⸗ ſtens drei Gaſtmahle jaͤhrlich? Und warum dieß? Er war reich, weit reicher, als er es nach ſei⸗ nen Ausgaben zu ſein ſchien, und ſeine Freige⸗ bigkeit kannten wir alle. Bei ſeiner Einrichtung haͤtte es ihm wenig Stoͤrung machen koͤnnen, ſolche Geſellſchaften um ſich zu verſammeln, und Gott weiß es, keiner von uns wuͤrde ſeine Einladung ausgeſchlagen haben. Und warum verſammelte ſich denn jener Kreis, der einzige Kreis ſeiner Freunde, ſo ſelten um ſeinen angenehmen Tiſch? Und wie kam es, daß der Mann, der den hal⸗ ben Tag außer ſeinem Hauſe zubrachte, munter

und ruͤſtig, wie ein Dreißiger, ſpazieren ging

und ritt, bei keiner einzigen Gelegenheit aus⸗ waͤrts ſpeiſte? Sie wiſſen, daß er mit meinen Angehoͤrigen bald nach unſrer Ruͤckkehr aus In⸗ dien in freundſchaftliche Verbindung trat, und doch ſaß er nur einmahl an meines Vaters Ti⸗ ſche, und zwar an meinem Hochzeittage. So lieb er meine Frau hatte, ſo ſehr er an meinen Kindern hing, er hat doch nach meiner Verhei⸗ rathung auch nicht einmahl unter meinem Da⸗ che ein Stuͤck Brot gebrochen, oder ein Glas Wein getrunken. 8