Teil eines Werkes 
2. Theil
Entstehung
Einzelbild herunterladen

dete uns das ungluͤckliche Ereigniß mit aller Foͤrmlichkeit der Umgangſitte, und wir erfuhren bald nachher, daß Fraͤulein Matilde, nun eine reiche Erbinn, einen jungen Gardehauptmann heirathen ſollte, der die Ehre hatte, mit der Familie ihrer Mutter nahe verwandt zu ſein.

Ich glaube, wir wuͤrden beide den Tod des Knaben noch inniger betrauert haben, wenn nicht ſchnell andre Ereigniſſe gefolgt waͤren, die uns zerſtreut und alle unſre Gedanken beſchäf⸗ tigt haͤtten. Die gute Mutter Baird ward in demſelben Monate vom Schlage geruͤhrt, und Sie koͤnnen denken, daß meine Frau und ich ſeit dem Augenblicke, wo wir die ungluͤckliche Botſchaft erhielten, nicht von dem Bette der Kranken kamen.

Die Alte ſchien anfaͤnglich ihre Beſinnung ganz verloren zu haben. Sie nannte zwar zu⸗ weilen unſre Nahmen, weit haͤufiger aber wen⸗ dete ſie ſich zu mir, als ob ich der verſtorbene Baronet und Johanna ſeine ungluͤckliche Ge⸗ liebte geweſen waͤre.„Heirathet ſie, edler Herr, heirathet ſie ſogleich, rief ſie einſt, als wir bei⸗ de vor ihr ſtanden. Ihr denkt, ich ſchlafe,

aber ich ſehe und hoͤre alles, was Ihr ſagt. Zweiter Theil. 4

— 49—