Teil eines Werkes 
1. Band (1821)
Entstehung
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ſein Freund Fridorf zu ihm: Wie iſt es denn? Du biſt nun ſchon ſo lange hier, haſt auch et⸗ was gelernt; willſt Du es denn nicht benutzen? willſt Du Deine Kenntniſſe nicht für das öffent⸗ liche Wohl gebrauchen? Wie könnte ich nur ſo müßig, ohne Zweck, meine Tage verleben!

Mein lieber Fridorf! erwiederte Seebald: wie

könnte ich mich beſſer befinden, als in meiner ge⸗ 9

genwärtigen Lage? Kein Vorgeſetzter kann mir meine Ruhe und meine Stunden rauben. Was habt Ihr denn, Ihr Zacken in dem großen Staats⸗ rad? Könnt Ihr wohl ſagen: jetzt will ich ſtill⸗ ſtehen, und jetzt will ich gehen? Ich möchte um alle Welt kein Diener ſeyn!

So denkſt Du, ſagte Fridorf, weil Dir die Ruhe über Alles geht und Du nicht begreifſt, welch' ein ſchönes Gefühl es iſt, zur Erhaltung des Staats, zum ſeegensreichen Fortſchreiten der Nation das Seinige beyzutragen

Ich trage auch dazu bey, fiel Seebald ein; ich gebe, wenn ich übrig habe, den Armen, da⸗ mit ſie bey ihren Fortſchritten nicht verhungern, oder wohl gar, der Cultur zuwider, Spitzbuben werden. Ich verdenke es Jedem, der ſich ein Joch anlegen läßt, wenn er die Stirne frey tra⸗ gen kann. 3