Teil eines Werkes 
1. Band (1821)
Entstehung
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Gegen Morgen fühlte er ſich aus dem Schlafe gerüttelt. Er richtete ſich auf, und erfuhr von

dem Schreiber ſeines Vaters, daß dieſer ſo eben

verſchieden ſey.

2.

Die nicht unbedeutende Erbſchaft, welche ſein Vater ihm hinterlaſſen hatte, war dem Leben, zu dem er ſich hinneigte, nur zu förderlich. Seine Grillen und Pedanterieen vermehrten ſich mit je⸗ dem Tage. Er wurde bitter, wenn Jemand die gleichgehenden Räder ſeines Lebens⸗Uhrwerks zu hemmen ſuchte. Gutmüthig, gerne mittheilend, jagte er doch ſeinen Bedi auf der Stelle fort, weil er von den ſieben Paar Stiefeln, die für den wöchentlichen Gebrauch ſtets bereit ſtanden, ein Paar zu putzen vergeſſen, ſo daß der erboste Seebald genöthigt war, den Freytag ſtatt den Donnerstag an die Beine zu ziehen. Es that ihm hernach leid, aber ihn wiederzunehmen, dazu konnte er ſich nicht entſchließen. So hartnäk⸗

kig er nun auch hierin war, ſo nachgiebig und

leicht zu täuſchen war er, wenn man ſeine ſchwa⸗ che Seite zu benutzen verſtand.

Zwey Jahre waren verfloſſen, ſeit Seebald von der Univerſität zurück war; da ſagte einſt

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