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Sie heftete ihr mattes Auge auf den Mann, der an ihrem Lager ſaß und ſchien wie im Traume zu liegen. Endlich fuhr ſie auf, wollte die Hände falten und erheben, und als die matten Arme auf die Bruſt zurück ſanken, ſprach ſie leiſe: Er hat mir verziehen..
Noch eine halbe Stunde lag ſie ſtill athmend, bis endlich kein Hauch mehr über ihre Lippen kam und ihr Auge erſtarrte.
Der Freiherr blieb drei Tage in dem Land⸗ hauſe, und erſt als die Unglückliche begraben war, ſetzte er die Reiſe in ſeine Heimath fort, wo er in trüber Stimmung ankam. Seine Güter hatten be⸗ trächtlich gelitten, aber unter den Unglücksbotſchaf⸗ ten, womit man ihn empfing, war eine der ſchmerz⸗ lichſten, daß das Haus ſeines Freundes gleichfalls harte Prüfungen erlitten hatte. Die Frau des Pfar⸗ rers war an den Folgen des Schreckens, den die Nähe des Schlachtfeldes ihr gebracht hatte, vor we⸗ nigen Tagen geſtorben, und er ſelber lag nicht ohne Gefahr krank. Seine Schweſter war eben mit ihrer Nichte angekommen, ihn zu pflegen.
Am nächſten Morgen beſuchte der Freiherr ſei⸗ nen Freund. Wie ganz anders an dem Krankenbette des edlen Mannes, als an dem Lager der einſamen Unglücklichen, das er vor einigen Tagen verlaſſen hatte! Still duldend lag er da, und das ruhige Gewiſſen gab ſeinen Zügen, ſelbſt unter ſchmerzlichen Leiden, eine milde Heiterkeit. An ſeinem Lager ſaß


