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Ich darf hoffen, ſprach ſie mit matter Stimmes daß Gott mir verziehen hat, weil er mein eifrigſtes Gebet erhört, und wie durch ein Wunder Sie in dieſem Augenblicke zu mir bringt.— Rudolf! ſprach ſie lauter, mit heftiger Anſtrengung: nehme ich auch deine Verzeihung mit in's Grab?
Sie hatte ihre zitternde Hand erhoben, als hätte ſie dieſelbe gegen ihn ausſtrecken wollen. Er faßte ſie bewegt.
Ich darf ſie Dir reichen, fuhr ſie leiſer fort: auch in dem Augenblicke, wo ich zu meinem Nichter gehen ſoll, kann ich Dir betheuern, ich bin nicht ſo ſtrafbar geweſen, als ich ſchien, aber ſo leichtſinnig, daß unſere Verbindung getrennt werden mußte.— Ach! wie hätte glücklich ſein können, was mit dem Fluche eines ſterbenden Vaters begann?
Der Gedanke ergriff ſie ſo heftig, daß ſie einen
Augenblick unbeweglich lag.
Unglückliche! ſprach der Freiherr, ihre eiskalte Hand drückend: ich habe Dir verziehen.
Das Wort ſchien die erlöſchende Lebensflamme noch einmahl aufzuregen.— Ich danke Dir, ſprach ſie: Du biſt gut und großmüthig gegen mich ge⸗ weſen.
Die Anſtrengung hatte ſie ſo ſehr erſchöpft, daß der Freiherr die Kammerfrau herein rufen mußte. Die beſorgte Pflegerinn fragte ſie, was ſie wünſche.
Nichts— antwortete ſie: nichts— mir iſt leicht und frei.
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