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Die Pfarrerinn erzählte dem Freiherrn, wie es ihr Wunſch geweſen wäre, ihre Nichte bei ſich zu behal⸗ ten, die ſie nun vielleicht lange nicht wiederſehen werde.
Laß uns doch meiner Schweſter in ihrer Abge⸗ ſchiedenheit die Freude gönnen, die ihr das Mädchen macht! ſprach der Pfarrer. Es iſt beinahe ein Zwiſt darüber entſtanden, wendete er ſich zu dem Frei⸗ herrn, den er von den trüben Gedanken abzuleiten wünſchte, die er ihm von der Stirne zu leſen glaubte. Urtheilen Sie ſelber! ſetzte er hinzu, und reichte ihm den Brief.
Auguſte ſchrieb:„»Als ich mich von Ihnen, lie⸗ „ber Oheim, und der theuren Pflegerinn meiner ver⸗ „waiſeten Kindheit losreißen mußte, empfand ich „mehr, als beim erſten Abſchied, die ſchmerzliche „Trennung. So viele Erinnerungen aus den Ju⸗ „gendtagen, die mir durch ihre Sorgfalt glücklich „geworden waren, hatten mein Herz angeſprochen, „und ich fühlte mich nach zweijähriger Trennung „wieder ſo froh in dem geliebten Kreiſe, daß tau⸗ „ſend neue Bande mich an die ſtille Wohnung, die „Liebe und Dankbarkelt mir zum Vaterhauſe ma⸗ „chen, und an die freundliche Heimath meiner Kind⸗ „heit knüpften. Aber ich mußte ſie wieder verlaſſen, „um mein Wort zu löſen. Als meine gute Tante „Ihren Brief geleſen hatte, verſprach ſie mir ſo⸗
„gleich, daß ich im künftigen Frübling das liebe
„Haus wieder beſuchen ſoll, und ſie hofft, dann


