1786
Frau nahm den hingeworfenen Gedanken ſo kalt auf, daß er nach kurzem Schweigen ſelber zuerſt ihn auf⸗ gab, als er ſich erinnerte, was bei dem letzten Be⸗ ſuche vorgefallen war.
Der Freiherr ſuchte am folgenden Morgen wie⸗ der auf ſeiner Wildbahn zu vergeſſen, daß ſein Haus keine Freuden für ihn hatte. Von ſeinem Hühner⸗ hunde begleitet, ging er gedankenvoll auf dem an⸗ muthigen Wege, der ſich über eine hohe Waldblöße zog, und wollte oben auf dem nächſten Pfade durch das Dickig zu ſeines Jägers Wohnung gehen, als er einen Wagen hinter ſich rollen hörte. Er ſah ſich um und erblickte die Pfarrerinn mit ihrer Nichte, welche die beiden Kinder an der Hand führte. Die Pfarrerinn ſagte ihm, ſie hätte Auguſte, die in die Stadt zurückkehren müßte, bis auf die Höhe beglei⸗ ten wollen. Der Wagen kam nun herbei, und das Mädchen ſank bewegt in die Arme ihrer mütterlichen Wohlthäterinn, welche ſie innig umfaßte. Endlich riß ſie ſich los, ſchloß die weinenden Kinder an ihr Herz und, ihren Muth zuſammenfaſſend, wendete ſie ſich ſchnell zu dem Wagen.
Leben Sie wohl! ſprach der Freiherr, in den Abſchiedruf der Kinder einſtimmend.
Sie zog ſanft ihre Hand aus der ſeinigen, und unter dem Schirme des Strohhutes, der ihre braun umlockte heitere Stirne beſchattete, ſah er die Thrä⸗ ne, die der Schmerz der Trennung von ihren Lieben in ihr ſchönes Auge drängte.
—
—


