Teil eines Werkes 
1. Theil (1822) Moosrosen / von W.A. Lindau
Entstehung
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kam ihm ſo breit vor, daß er ſich während ihrer Erzählung faſt ein Geſchäft daraus machte, die un⸗ angenehmſten Laute heraus zu horchen, wobei er denn die überraſchende Bemerkung machte, daß man⸗ cher Ton ihren Mund ſehr unlieblich verzog.

Am folgenden Morgen ging er mit ihr in die Kirche. Die ſchöne Fremde in dem Betſtübchen der Pfarrerfamilie, dem ſeinigen gegenüber, ſiel der Freifrau beim erſten Blick auf, und ſie erkannte nicht ſogleich die kleine Auguſte wieder, der ſie früher zu⸗ weilen ein freundliches Wort gegönnt hatte. Nach dem Gottesdienſte machte die Pfarrerinn mit ihrer Nichte einen Beſuch im Schloſſe, den die Edelfrau mit einer ſo ſtädtiſchen Förmlichkeit empfing, daß die ſchlichte Hausfrau ſich verlegen fhlte; Auguſte aber wußte ſich mit ſo würdigem Anſtande und ſo viel Unbefangenheit zu benehmen, daß Frau von Wieden, auf deren Stirne ſich immer mehr Wölk⸗ chen ſammelten, einem ruhigen Beobachter ſehr zu ihrem Nachtheile erſchienen ſein würde.— Das Mädchen ſcheint eingebildet geworden zu ſein, ſprach ſie zu ihrem Manne, als der Beſuch fort war.

Er ſchwieg; aber was er auch nur in den letz⸗ ten Augenblicken, als er zufällig in das Zimmer ſeiner Frau kam, in ihrem Benehmen bemerkt hatte, war ihm nicht wenig aufgefallen, und mußte auch ihn zu Vergleichungen reizen, die ihr nicht günſtig waren.

Als ſie am Nachmittkage die Zurüſtungen zum