Teil eines Werkes 
1. Theil (1822) Moosrosen / von W.A. Lindau
Entstehung
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geweſen, der ſie vielleicht durch ſchwache Nachſicht verzärtelt, aber ſonſt nichts geſpart hatte, ihr jene blendenden Vorzüge zu geben. Sie glücklich zu ver⸗ ſorgen, war nun ſein liebſter Wunſch, ſo ſehr ihn der Gedanke ſchmerzte, ſich von ihr zu trennen; doch gerade darum warf er ſein Auge auf einen Mann, der in ſeiner Nähe lebte. Gegen die Wahl ließ ſich nichts einwenden. Der Mann war angenehm, ſehr gebildet, vom beßten Rufe, und ich läugne nicht, er verdiente alle Achtung— ich meine, nach der Schil⸗ derung, welche meine Quelle macht. Der Vater ſprach mit dem Mädchen über ſeine Wünſche. Nach ihrer Antwort hatte ſie den jungen Mann immer mit Achtung bemerkt, und fühlte keine Abneigung gegen ihn. In dem Augenblicke aber, wo ſie dieſe Verſicherung gab, hatte ſie— ein heimliches Ver⸗ ſtändniß. Ihr Geliebter war ein junger Offizier aus Ireland, und ſie wußte, daß ihr Vater das hart⸗ näckigſte Vorurtheil gegen den Kriegerſtand hegte. Das Mädchen beobachtete ein unverbrüchliches Still⸗ ſchweigen gegen ihren Vater, und ſelbſt, als er ei⸗ nen flüchtigen Argwohn faßte, läugnete ſie dreiſt. Ihr Freund beſtärkte ſie leider in dem unglücklichen Entſchluße, gegen ihren Vater zurückhaltend zu ſein. In der Meinung, daß er ihre völlige Einwilligung hahe, ſchloß nun der Vater die Verbindung ab. Der Bräutigam machte ſeine Bewerbung, und um ihr Gebeimniß zu ſichern, verſtellte ſich das Mädchen auch gegen ihn, obgleich ſie ſeine Bewerbung nicht

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