Teil eines Werkes 
1. Theil (1822) Moosrosen / von W.A. Lindau
Entstehung
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Warum beneiden? erwiederte der Pfarrer. Das lang' erſehnte Glück wird Sie deſto mehr erfreuen, wenn es Ihnen gewährt wird.

Das lang' erſehnte! wiederhohlte der Freiherr. Indeß, lieber Freund— Eheu fugaces!

Permitte Divis caetera! rufe ich Ihnen auch mit Horaz zu— Doneo virenti canities abest mo- rosa.— Aber ich ſehe, Sie haben Neuigkeiten er⸗ halten, ſetzte der Pfarrer nach einer Pauſe hinzu, und deutete auf einige Bücher und Zeitſchriften, die

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auf dem Tiſche lagen..

Ja, mein Buchhändler hat mir eine ziemlich bunte Auswahl geſchickt.— Abhandlungen über die Drehkrankheit und Trauerſpiele, uber Baſaltbildung und Staatsverfaſſungen. Ich hatte mich auf ihren Beſuch gefreut, weil ich den Haufen mit Ihnen durchgehen wollte.— Doch— etwas will ich Ih⸗ nen gleich mittheilen. Ehe ſie kamen, ſiel mir eine engliſche Zeitſchrift in die Hände, wo ich eine Ge⸗ ſchichte finde, die mich zum Nachdenken gereizt hat, ich meine über die ſittliche Würdigung des Falles, der hier erzählt wird. Hören Sie! Ein junges Mädchen von guter Herkunft und den glücklichſten Ausſichten, ſchön, mit manchen Geiſtesvorzügen und Kunſtſertigkeiten begabt, doch ohne viel Neigung zur Häuslichkeit, ein Mädchen mit einem Worte, das Aufmerkſamkeit in der Welt auf ſich ziehen konnte, war bis zu ihrem ſiebzehnten Jahre— ihre Mutter hatte ſie in der Wiege verloren— bei ihrem Vater