Teil eines Werkes 
1. Theil (1822) Moosrosen / von W.A. Lindau
Entstehung
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In dieſem Augenblicke aber ward die Garten⸗ thüre aufgeriſſen. Apollonia ſtürzte hervor und der Mond, der eben hell glänzend aus einer Wolke her⸗ vor getreten war, beleuchtete ihre hohe Geſtalt. Sie umſchlang den geliebten Jüngling mit beiden Armen und rief dem Gegner zu:„Nur durch meine Bruſt ſindet Ihr den Weg zu ſeinem Leben.“

Gaetano ſenkte beſtürzt ſeinen Degen.

Laß mich, geliebte Apollonia! ſprach Se⸗ bald. Ich habe Kraft, Dich und mich zu verthei⸗ digen.

Er wand ſich aus ihren Armen und hielt dem Feinde die blitzende Klinge entgegen. Gaetano ſtand noch unſchlüſſig, als Herwart und ſeine Frau, von den Stimmen der Streitenden herbei gelockt, aus dem Garten kamen.

Die Mutter trat mit einem Angſtrufe zwiſchen ihre Tochter und Sebald. Der Vater warf einen zornigen Blick auf Gaetano.

Der Italiener trat ſchnell vor ihn, zerbrach mit heftiger Bewegung die Degenklinge und ſprach mit gepreßter Stimme:„Ich verdiene euren Vor⸗ wurf. Ich habe das Gaſtrecht beleidigt. Verzeiht mir, edle Jungfrau,« fuhr er fort, zu Apollonia. „Ihr habt eure Neigung ausgeſprochen, und das gebietet mir, jeden Anſpruch aufzugeben.“

Nach kurzem Schweigen trat er zu Sebald,