Teil eines Werkes 
1. Theil (1822) Moosrosen / von W.A. Lindau
Entstehung
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Nun, ich will juſt nicht ſagen, daß es Ver⸗

wahrloſung geweſen iſt, erwiederte der Jäger. Die Wärterinn liebte und hütete das Kind, wie ihren Augapfel, und ſie hat ſich auch über das Unglück faſt zu Tode gehärmt. Es war ein ſchöner Som⸗ merabend; bald ſind's nun vierzehn Jahre. Der gnädige Herr war auf der Jagd, und die Wärte⸗ rinn ging mit dem vierjährigen Kinde den Weg durch das Gebüſch hinab, weil der kleine Junker wohl wußte, daß er vom Vater geliebkoſet wurde, wenn der ihm entgegen kam. Die gute Frau ſaß mit dem Kinde unter der Weide, wohl zehn Schritte vom Ufer, als ſie das Abblaſen im Walde vernah⸗ men. Das liebe Kind war ganz Leben und Freude,

wenns ein Hifthorn hörte, und die edle Weid⸗

mannsluſt ſchien ihm gleichſam im Blute zu liegen. Blumen! Blumen! Der Vater kommt!« rief der Knabe, der dem gnädigen Herrn gewöhnlich einen Blumenſtrauß zu dem Bruch auf den Hut ſteckte,

Die alte Anne ging ſchnell in's Gebüſch, wo Stein⸗

brech und Federnelken blühten. Nicht zehn Minu⸗ ten es war wohl ein bischen lange hatte ſie ſich aufgehalten, da hörte ſie ein lautes Geſchrei, und als ſie ganz außer Athem hinab kam, ſtand eine alte Frau am Wege, und ſchlug die Hände über den Kopf zuſammen und zeigte auf den Teich. Dicht am Ufer, wo Sie das Licht geſehen haben, lag des Knaben grüner Hut und ſein Steckenpferd.

Zwiſchen dem Geröhrig hatte man kurz zuvor Lücken,