Teil eines Werkes 
1. Theil (1822) Moosrosen / von W.A. Lindau
Entstehung
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Gefühl ihm verrathen zu haben. Schon glänzte das Spätroth durch die Wipfel, ſchon war das zweite Reh abgefangen, und laut tönte das Hohoho! todt! todt! todt! durch den Wald, als zwei Wildhüter mit einem fremden Jäger, den ſie in die Mitte ge⸗ nommen hakten, aus einem Holzwege kamen, und zu dem Freiherrn traten, der auf einem umgeſtürz⸗ ten Stamme ſaß. Sie hatten, nach ihrer Erzäh⸗ lung, den Jäger mit Büchſe und Hund, dieſſeit der Gränze des herrſchaftlichen Reviers gefunden, und der junge Mann war ohne Weigerung bereit gewe⸗ ſen, ihnen zu folgen, wenn man ihn nur ſogleich zu dem Jagdherrn bringen wollte.

Der Jäger trat mit edlem Anſtande vor den Freiherrn, der ihn mit einem langen Blicke maß, und erzählte mit Offenheit, er ſey der Vetter des Förſters in Bergheim, habe ſich auf dem Rückwege verſpätet und ſich erlaubt, um ſchneller heim zu om⸗

hen hatte, herbei kam, und bei dem erſten Anblicke des jungen Jägers flog er auf ihn zu und ſchloß ihn in ſeine Arme. Lieber lieber Walding! biſt Du es wirklich? rief er. Wie lange hab' ich ge⸗ wünſcht, Dich wieder zu ſehen, tapfrer Retter mei⸗ nes Lebens!

Iſt es möglich? Herr Lieutenant von Wilden!

erwiederte der Jäger, freudig überraſcht.

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