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Ich— in ihres Oheims Hauſe gelebt? Wohl gar als Magd, meinen Sie?
Sie ſprach dieſe Worte mit ſo 68 Verach⸗ tung, daß Otmar faſt empfindlich wa Ihr könnt meine Frage nicht übel deuten, twicderte er. In meiner Ältern Hauſe wenigſtens, ſind wohl viele Töchter achtbarer Bürger in Dienſten geweſen.
Die alte Frau zuckte ſtolz die Achſeln, und ſchien ungeduldig die Nückkehr ihrer Enkelinn zu er⸗ warten, um der Unterredung ein Ende zu machen. Auf ihren Ruf erſchien Helena. Die Großmutter ließ Annchen mit dem Lichte vorangehen und gelei⸗ tete den Fremden bis an die Thüre der Oberſtube, und als ſie ſich durch einen flüchtigen Blick überzeugt hatte, daß alles in Ordnung war, wünſchte ſie ihm mit ſtillem Ernſte gute Nacht.
Otmar fand ſich, ſo müde er war, nicht in der Stimmung, ruhig ſchlafen zu können. Die kleine Stube verrieth zwar auch die beſchränkte Lage der beiden einſamen Bewohnerinnen des Hauſes, aber auch hier erfreute ihn die Reinlichkeit, die er überall bemerkt hatte. Auf dem, mit einem roth und wei ßen Damaſttuche bedeckten Tiſche ſtand ein blank ge⸗ ſcheuertes zinnernes Waſchbecken von altfränkiſchem Anſehen und daneben unter dem kleineu Spiegel mit verblichenem Goldrahmen ein Blumengefäß von Por⸗ zellan, worin zwei halb erblühte Roſen dufteten, die Helena's ſchöne Hand, wie eine ſchmeichelnde Ahnung, ihm ſagte, friſch gepflückt hatte. Er trat


