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Lebensbilder / von W.A. Lindau
Entstehung
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aber die Freude über den Edelmuth des Freun⸗ des brachte iedes andere Regung zum Schweigen, und mit einer Thräne im ſchönen Auge rief ſie entzückt: O Thorwald, das wird Gott Ihnen lohnen! 4

Ich wußte, daß Sie das große Opfer billigen

würden, das ich gebracht habe. Ich liebe Sie, Kla⸗ ra, das weiß Gott; aber hätte ich um dieſen Preis Ihre Hand erkaufen ſollen nein, lieber wollte ich mein Leben in dem Kummer über Ihren Ver⸗ luſt vertrauern. In jedem Augenblicke, wo Ihre Liebe mich beglückte, würde ich die Thränen der ar⸗ men Waiſen ſehen und die Seufzer der Witwe würden aus meiner Seligkeit mich aufſchrecken. Nein, ich muß entſagen, wenn Ihr Oheim Ihre Hand mir verweigert, weil ich arm bin.

In dieſem Augenblicke trat Reinau haſtig her⸗ ein, und rief ſchon in der Thüre Klärchen! Klär⸗ chen! Thorwald hat vortrefflich. Ach, Sie ſind ſchon da, lieber Thorwald! Nun, ſo will ich denn auch in ihrer Gegenwart das Lob ausſprechen, das aus vollem Herzen ſtrömen wollte, Sie haben herrlich gehandelt, ſo edel

So viel Verdienſt kann ich mir nicht zurechnen, nur pflichtmäßig.

Nein, eine Erbſchaft auszuſchlagen, die man annehmen kann nach allem Recht⸗ und mit gutem Gewiſſen

Klärchen ſchwieg überraſcht einen Augenblick,