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Lebensbilder / von W.A. Lindau
Entstehung
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jede Veranlaſſung zu entfernen, die den erwarteten Spielfreund hätte zerſtreuen können, und in dem⸗ ſelben Augenblicke, wo Thorwald in das Zimmer

trat, ging Klärchen aus dem Hauſe. Der Oheim

empfing den Gaſt mit der gewöhnlichen Herzlichkeit und wußte fein uͤnd gewandt jede Erinnerung zu

vermeiden, welche der Ruhe und Unbefangenheit

der Unterhaltung nachtheilig geweſen ſeyn würde. Auf gleiche Weiſe veranſtaltete er es am nächſten Spieltage, daß er mit Thorwald allein war.

So ſchwankten die Hoffnungen der Liebenden, als ein freundliches Geſchick alle Hinderniſſe weg⸗ räumen zu wollen ſchien. Thorwald verlor einen entfernten Verwandten, der ihn ſchon bey den Vor⸗ bereitungen zu ſeinem Berufe väterlich unterſtützt hatte, und in ſeinem letzten Willen ihn zum allei⸗ nigen Erben eines Vermögens von zwanzig tauſend

Thalern einſetzte. Das Gerücht von dieſem Ereig⸗

niſſe war eben in der Stadt verbreitet, als Nainau mit Thorwald in dem öffentlichen Garten, wo ſie ihre erſte Bekanntſchaft gemacht hatten, zuſammen traf. Er wünſchte ihm Glück mit einer Wärme, welche faſt mehr als die Theilnahme zu verrathen ſchien, die das Glück eines Bekannten einflößen kann, und er zeigte ſich höchlich überraſcht, als Thorwald ausweichend antwortete, daß er mit der Lage der Sache noch zu wenig bekannt ſey, um den Glückwunſch annehmen zu können.