254 Von dem Balle bis zu Thorwalds erſtern Be⸗
ſuche in unſerm Hauſe iſt doch eine ziemlich lange
Zeit verfloſſen... Klärchen, habe ich mir ſo wenig Recht auf Dein Vertrauen und Deine Liebe erwor⸗ ben, daß Du mir nie ſagen wollteſt, was in die⸗ ſer Zeit vorgegangen iſt?
Klärchen beugte ſich auf ſeine Hand herab und er fühlte ihre Thränen brennen. Nein, liebes Kind, es geht nicht, ſprach er nach einigen Augen⸗ blicken mit merklicher Bewegung, ſo kann es nicht gehen. Ich werde Deine Neigung nie zwingen; aber ich verlange ruhige, ernſtliche Prüfung vor der ernſten Wahl, und da es meine Pflicht iſt, über dein Glück zu wachen, ſo muß ich dich war⸗ nend aufhalten, wenn ich Dich ſo unbedachtſam ei⸗ len ſehe. Bedenke das, mein Kind, und vergiß nie, daß mich in allem, was ich je fur Dich that, nichts als die treue ſorgliche Liebe eines Vaters geleitet hat.
Nach dieſen Worten ließ er ſie allein, über⸗ zeugt, daß die Gedanken und Empfindungen, wel⸗ che in dieſem Augenblicke in ihrer bewegten Soele erwachen mußten, zu guten Entſchlüſſeu leiten wür⸗ den. Er hatte ſich nicht geirrt. Klärchen war von dem milden Vorwurfe des theuren väterlichen Freundes tiefer getroffen worden, als der ſtrengſte Tadel ſie hätte verwunden können. Sie faßte den Vorſatz, ſeine Liebe und Güte walten zu laſſen, und fortan das kindliche Vertrauen ihm zu beweiſen,
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