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Lebensbilder / von W.A. Lindau
Entstehung
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. 233 ken, es hat ſich Ihnen noch keine Ausſicht, zu ei⸗ nem ſichern Fortkommen geöffnet.. Wie könnte das gehen! Sie ſind ein ſo wackerer verſtändiger Nann und wollten bey einem ſo wichtigen Schritte ſo raſch ſeyn...Aber ſagen Sie mir, weiß meine Nichte darum? Geſtehen Sie mir alles.

Thorwald verhehlte nichts. Ey, ey! ſprach Rainau verwundert. So ſchnell hat ſich das ge⸗ macht!

Klärchen trat gleich darauf in das Zimmer, als Thorwald ſich zum Abſchiede bereitete. Ihr ſcharfer Blick las in ſeinem Auge alles, was ſie wiſſen wollte. Lieber Thorwald, ſprach Rainau, ihm die Hand ſchüttelnd: laſſen Sienes unter uns bleiben, was wir geſprochen haben. Übrigens bleibt's bey unſerer Abrede, ich ſehe Sie Freytag Abends wieder. 3

Dieſe freundlichen Worte machten Klärchen ein wenig irre in ihren bangen Vermuthungen. Sie ſetzte ſich mit ihrem Strickzeuge zu ihrem Oheime und ihre Verwirrung ſtieg, je länger ſein ernſtes Schweigen dauerte. Was fehlt Ihnen, lieber Oheim? hob ſie endlich an mit unſicherer Stimme.

Nichts, mein Kind, antwortete er milde. Sage mir doch, hob er nach einer Pauſe wieder an, wie lange kennſt Du Herrn Thorwald?

Seit dem Faſchingsball, antwortete ſie be⸗ wegt, und neigte das glühende Geſicht.