Druckschrift 
Lebensbilder / von W.A. Lindau
Entstehung
Einzelbild herunterladen

291

Glück auf! hob Reinau wieder an. Cin viel verſprechender Anfang!

Thorwald hatte beyder unerwarteten Außerung

des Gutsbeſitzers die lebhafteſte Überraſchung verra⸗

then, und die Verlegenheit, worein das Vertrauen,

welches man ihm beweiſen wollte, ihn ſetzte,

wurde ziemlich peinlich, als er, ehe noch Klärchen ihm einen Wink gegeben hatte, Monheims Abſich⸗ ten nur zu deutlich bemerkte. Die beyden Liebenden ſahen, wie vertraulich ſich der Wirth mehr als ein⸗ mahl mit Rainau unterhielt, und jedes Zeichen ei⸗ nes freundlichen Einverſtändniſſes, das der Oheim in ſeiner heitern Stimmung jenem gab, ſetzte die jungen Leute immer mehr in eine trübe Stimmung. Abends war Tanz im Gartenſaale. Als Thorwald einmahl mit Klärchen gewalzt hatte, zog der Oheim ihn zum Schachbrete, während die Nichte mit Mon⸗ heim zum zweyten Mahle in die Reihe treten mußte. Thorwald war ganz zerſtreut, bis Reinau auf ein⸗ mahl warnend rief: Aber was machen Sie heute? Noch einen Zug und ihre Königinn iſt verloren. Das hatte Thorwald freylich nicht beachtet, da ſeine Blicke zu ängſtlich der Königinn ſeines Herzens folgten, der auch ein bedenkliches Sch gebothen wurde. Klärchen kam bald dazu, ſetzteſ neben den Oheim und ſchlug einige Auffod 3 ab, unter dem Vorwande auszuruhen, aben wald ſpielte nun nicht viel beſſer, und k Schwindel, bis endlich Rainau, ſelbſt