Druckschrift 
Lebensbilder / von W.A. Lindau
Entstehung
Einzelbild herunterladen

25 29

be belebte, ſie aufmerkſam machen wollte. Endlich öffnete ſich ein luſtiges Thal zwiſchen waldigen Hö⸗ hen, von einem kleinen Fluſſe durchſtrömt, und über einem Kranze blühender Obſtbäume erhob ſich das glänzende grüne Thürmchen auf dem ſchönen Wohngebäude des Gutes zu Waldhauſen. Reinau war noch nicht fertig, die ſchöne Lage des Gutes

zu rühmenz und die Frau glücklich zu preiſen, die G als Hausmutter hier walten könnte, als der Wa⸗

gen in den Hof rollte. Es war zahlreiche Geſell⸗ ſchaft aus der umliegenden Gegend da. Der freund⸗ liche Wirth empfing den Oheim und die ſchöne Nich⸗ te mit ausgezeichneter Höflichkeit, und das Erſte, worauf Reinau's Blicke ſielen, als er in den Saal trat, war ein zierliches Schachſpiel von Elfenbein⸗ Was ſehe ich! rief Reinau freudig. Sie haben wohl ſchon angefangen, zu lernen?

Wenig oder gar nicht, erwiederte Monheim. Aber ich zweiſte nicht, Sie werden unter den Herren ſchon einen Gegner finden⸗

Ein neuer Wagen fuhr in dieſem Augenblicke in den Hof, und gleich darauf trat Thorwald mit einem ältlichen Manne, ſeinem Verwandten, in den Saal. Ey, welches angenehme Zuſammentref⸗ fen! ſprach Reinau überraſcht.

Sie kennen ſich ſchon? hob der Wirth wioder

an. Eben wollte ich Ihnen Herrn Thorwald als

meinen künftigen Gerichtshalter vorſtellen.

ÿ-