249 tag zu einem ländlichen Feſte, zur Feyer ſeines Ge⸗ burtstages ein.
Du haſt's doch beynahe getroffen, Mädchen, ſprach Reinan, als er ihr die Einladung mitgetheilt hatte, ſieben und vierzig Jahre, er ſagt es ſelbſt.
Klärchen lächelte, und dachte für ſich, es ſey eben nicht klug, dem Oheime eines ſiebzehnjähri⸗
gen Maͤdchens, auf welches man ein Auge gewor⸗
fen habe, den bedenklichen Unterſchied von dreyßig Jahren auf eine ſo feyerliche Art fühlbar zu machen. Am folgenden Tage hätten ſie gern einen Beſuch bey ihrer Muhme gemacht, um den Geliebten zu ſehen, aber die wirthſchaftliche Wochenrechnung ließ ihr keinen Augenblick Zeit, und ſie wußte wohl, daß der gute Oheim gegen manches Andere nach⸗ ſichtig war, wenn er dieſe Rechnung, reinlich ge⸗ ſchrieben, Sonnabends vor Schlafengehen leſen konn⸗ te. Früh am folgenden Morgen fuhr er mit ihr nach Waldhauſen⸗ Es war ein ſchöner Maytag. Der
anmuthige Weg, der durch Wieſengründe und üp⸗
pige junge Saaten führte, und die Gruppen feſt⸗ lich geſchmückter Landleute, welche mit einem freund⸗ lichen Gott grüß' Euch! zum nahen Kirchdorfe vor⸗ über zogen, alles bereitete den Oheim auf das länd⸗ liche Vergnügen vor, das er ſich an dieſem Tage verſprach. Nur Klärchen ſaß zuweilen ſtill und nach⸗ denkend an ſeiner Seite, und antwortete dann we⸗ nig, wenn Reinau in ſeiner heiteren Stimmung auf die reitzende Landſchaft, und alles, was dieſel⸗


