245 zu ſagen, ſeinem Gegner die Freude machte, von vier Spielen drey, nicht ganz ohne Abſicht zu ver⸗ lieren, da auch ihm die Schwachheit des wackern Reinau, der ſich des Rufes, der erſte Schachſpie⸗ ler in der Stadt zu ſeyn, ziemlich ſelbſtgefällig freute, nicht entgangen war.
Klärchen reichte den eifrigen Spielern den Thee, aber dieſe Unterbrechungen ſchienen nicht wenig Schuld zu ſeyn an den falſchen Zügen, wei⸗ chen Thorwald ſeine Niederlagen zu danken hatte. Nach dem Spiele zeigte der junge Mann, der im⸗ mer einnehmender erſchien, je unbefangener er all⸗ mählig ward, ſeine Meiſterſchaft auf dem Flügel und Klärchen begleitete ſein Spiel mit ihrem Ge⸗ ſange. Reinau, durch ſeine Siege in die heiterſte Laune geſetzt, war ſehr vergnügt und beym Abſchie⸗ de wurde Thorwald eingeladen, wenigſtens ein Mahl in der Woche, jeden Freytagabend, mit ihm Schach zu ſpielen, und ein freundlicher Zuſatz gab ihm die Rechte des ſtets willkommenen Hausfreundes.
Als Reinau mit ſeiner Nichte allein war, fiel das Geſpräch auf den neuen Geſellſchafter. Wie ſpielt er denn? fragte Klärchen.
Recht brav, antwortete der Oheim. Er hat's mir zuweilen recht ſauer gemacht, ihn zu ſchlagen. Doch ich habe es nun weg, wie er zu faſſen iſt und das nächſte Mahl gebe ich ihm getroſt die Köni⸗ ginn vor.


